Lokführer

Halberstadt, Hauptbahnhof, Oktober 2014

Häufig bleibt für eine Porträtaufnahme nur sehr wenig Zeit. Dieses Foto ist ein besonderes Beispiel dafür. Der Lokführer, der hier zu sehen ist, wurde vorab vom Bahnunternehmen ausgewählt und war über alles informiert. Er musste in Halberstadt zunächst auf einen zweiten Zug warten, der an seinen angekoppelt wurde, und dann seinen Führerstand verlassen, weil ein Kollege den Zug weiterfuhr.
Als die beiden Züge verkuppelt waren, blieben genau zwei Minuten für das Porträt. Der Lokführer blickte deshalb zwischendurch immer wieder zur Bahnhofsuhr und sagte die Zeit an: „Wir haben noch eine Minute.“ – „Noch dreißig Sekunden.“ – als die Uhr zehn Sekunden vor Abfahrt anzeigte, eilte er zur Tür und verließ den Zug. Das Porträt war aufgenommen, der Lokführer hatte Feierabend.